Osnabrück – Hertha

So, nu isses wieder soweit. Wahrscheinlich musste nur mal wieder einer auf meiner armen kleinen Fussballseele rumtrampeln, damit ich mich wieder aufraffe, hier was zu schreiben.

Das Spiel, dass ich heute gesehen hab, hat genau das erreicht. 93 Minuten lang hab ich elf kratzenden, spuckenden, Haare ziehen und beissenden Männchen in veillchenlila zugeschaut, die dem geneigten Zuschauer par excellence vorführten, was es denn heisst, unterklassig zu spielen. Dazu kommt die wenigstens genauso zweitklassige Schiedsrichterleistung, deren Krönung dann das Abseitstor der Osnabrücker zum 2:0 darstellte. Da mag sich unser WM-Schiedsrichter Wolfgang Stark gedacht haben, das ist Zweite Liga, da lass ich mal nen bischen mehr laufen. Und wenn ich zu früh Gelbe Karten gebe, dann steht vielleicht in der 60. Minute keiner mehr auf dem Platz. – Ja, ich will das mal so formulieren: Wär das ein Spiel in der Ersten Liga gewesen und hätte Osnabrück dort in einer ähnlichen Manier gespielt und gefoult, dann hätten am Ende höchstens noch acht Feldspieler den Schlusspfiff auf dem Platz erlebt.

Nun ja, Hertha ist jetzt nun mal endgültig in Liga Zwei angekommen. Und da darf man sich über solche Gegner und schlechte Schiedsrichterleistungen wohl nicht aufregen. – Moment, nein! Aufregen darf man sich, jawohl! – Aber wundern, wundern darf man sich nicht.

Und ja, Hertha hat heute wieder einmal nicht die Mittel finden können, gegen zwar technisch minderbegabte Spieler, die aber einmal mehr unbedingt gewinnen wollten und auch wirklich alles dafür taten. Hertha wird zwar andauernd als FC Bayern München der Zweiten Liga gehandelt, dafür fehlt aber noch einiges. Die bessere Mannschaft und vielleicht auch die fairere zu sein, reicht leider nicht. Fürs Schönspielen alleine gibts am Ende keine Punkte. Das was den FC Bayern in einer normalen Saison auszeichnet (ich klammer die aktuelle mal bewusst aus), das hat Hertha momentan noch nicht: Eben auch solche Gegner auseinanderspielen zu können, sich gegen jeden Widerstand Chancen herauszuarbeiten und die vorhandene Qualität dann auch in Tore und in Punkte umzuwandeln. Das geflügelte Wort vom Bayerndusel kommt halt nicht von ungefähr…

Aber ich bin zuversichtlich, dass Hertha sich hier noch steigern kann und wird. Die Heimspiele allein zu gewinnen wird nicht reichen. Und für alle anderen Vereine gegen die Hertha noch auswärts antreten muss, wird das wie heute das Spiel des Jahres sein. Man wird Hertha genauso wie heute alles entgegenwerfen und dabei auch oft zu Unerlaubtem greifen. Das haben zuletzt die Spiele von Paderborn und Osnabrück gezeigt. Und die zweite Erkenntnis der letzten Spiele: Hertha darf sich nicht darauf verlassen, von den Schiedsrichtern geschützt zu werden. Zur Not muss man eben auch gegen zwölf Mann bestehen…

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