Archiv für Februar 2010

Schweizer Wort der Woche

Aus aktuellem Anlass: Wann immer ich ein neues Schweizer Wort lerne, dass ich für berichtenswert halte, möchte ich dieses nun in dieser Kategorie tun. Für diese Woche hätten wir zunächst:

den Kapselheber

Dabei handelt es sich um einen Flaschenöffner, genauer, um einen für Kronkorken. Sogar Wikipedia behauptet, dass dies die korrekte Bezeichnung für den Öffner von mit Kronkorken verschlossenen Flaschen sei. Ich hab den Begriff aber so hier das erste mal gehört und deshalb ist der Kapselheber das erste Schweizer Wort der Woche.

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Nur Fliegen ist schöner…

airberlin…heißt es… Heute wäre ich mal wieder lieber sechs Stunden mit dem Auto gefahren, als eine zu fliegen. Aber der Reihe nach:

Wie ich ja vor einiger Zeit berichtete, hatte ich bei einem unfreiwiligen Zwischenstopp im Düsseldorfer Sheraton Airport Hotel einige Poster vegessen, die man mir für stolze 48 Euro nachsenden wollte. Da ich knapp 50 Euro für drei Poster mit einem Gesamtgewicht von 300 Gramm für gelinde gesagt übertrieben hielt, entschloss ich mich, einen der kommenden Rückflüge von Berlin nach Zürich über Düsseldorf zu legen.

Heute war es also soweit, für ungefähr 20 Euro Aufpreis gegenüber dem Direktflug hatte ich schon weit vor Weihnachten den Flug Berlin-Düsseldorf-Zürich mit 90 Minuten Aufenthalt in Düsseldorf gebucht. – Der Flug von Berlin nach Düsseldorf gestaltete sich eher entspannt. Gut, die Maschine hatte eine Stunde Verspätung, wetterbedingt, wodurch sich mein Aufenthalt auf eine halbe Stunde reduzierte. Letztendlich war das aber kein Problem: Aus der Sicherheitszone raus, über die Straße rüber, ins Hotel rein, zur Rezeption, Poster abgeholt, raus aus dem Hotel, wieder zurück ins Terminal, Sicherheitskontrolle, Toilette suchen, feststellen, dass die grade gereinigt wird, Gate suchen, nächste Toilette aufsuchen, feststellen, dass diese dringend gereinigt werden müsste, zum Gate, rein in den Bus und ab ins Flugzeug. Punktlandung, genau 30 Minuten hat das ganze gedauert…

Nur im Flugzeug dann… Ich sitze dritte Reihe am Fenster, der mittlere Platz ist noch leer. Vor mir sitzt jemand, der sich gerne ruckartig im Sitz zurücklehnt. Aber kein Problem, hab ich schnell kapiert, ich halte also einen Sicherheitsabstand mit meinen Knien zum Vordersitz ein. Ist ja auch kein Problem, links neben mir ist ja frei. – Oder auch nicht. Es kommt nämlich noch ein Bus mit ein paar Nachzüglern, darunter jener, der auf den freien Sitz neben mir gehört. Das ist so nen Mir-gehört-die-Welt-Business-Typ, liest seine Zeitung mit ausgebreiteten Armen, und schafft es ohne scheinbare Absicht dennoch maximalen Körperkontakt zu seinem Nachbarn (also zu mir) herzustellen. Ich hab also die Wahl: Entweder kuscheln mit jenem oder aber sich die Knie von dem Kippler vor mir rampunieren zu lassen… Ich kauer mich also in die äußerste Ecke meines Sitzes und versuche meinerseits möglichst nicht den Kuschler zu berühren. Da bemerke ich dann den widerlichen Geruch, der sich rund um Mister Anschmiegsam ausbreitet: Der kaut (dazu mit offenem Mund) so einen unsäglichen Zahnpflegekaugummi, dessen Minzaroma sich mit den Essensresten zu einer fiesen Duftmischung verbindet, die mich an irgendetwas zwischen Güllegrube und Zahnarztpraxis erinnert… Jedenfalls wird mir davon schlecht. – Und die Maschine hebt nicht ab. Wir sitzen zwar alle termingerecht, das Video mit den Sicherheitsinstruktionen ist auch schon gelaufen und wir wissen sogar schon, was es denn später als Snack geben soll: Studentenfutter oder Frischkäsewaffel. Doch in Düsseldorf hat starker Schneefall eingesetzt und die Maschine muss enteist werden und es herrscht Stau auf dem Rollfeld. 40 Minuten später, die mir wie Stunden vorkommen, gehts dann endlich los.

Ich erspare mir mal das weitere im Detail zu beschreiben. Die 90 Minuten im Flugzeug kamen mir aber elend lang vor. Dagegen waren die 30 Minuten Warten aufs Gepäck ja schon fast Erholung…

Aber ich hab meine Poster. Meine Knie sind auch noch heile und der Kuschler ist weit weg und reibt sich irgendwo an irgendwem, nur wenigstens nicht an mir. Und wenn ich an die veranschlagten unverschämten 48 Euro Porto für die Poster denke, erscheint mir der Flug doch im Nachhinein gar nicht mehr so schlimm…

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