Archiv für Dezember 2009

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Ein Punkt gegen Leverkusen

Cicero, Ramos, Pejcinovic

Cicero, Ramos, Pejcinovic (Quelle: www.herthabsc.de)

Puh! Das Tor in der 93. Minute war wichtig. – Hertha hat heute mal alles umgesetzt, was man von der Mannschaft sehen möchte. Na gut, fast alles… Wie immer hätte man im Abschluss noch konsequenter sein können. Aber hey! Schwamm drüber…

Die Abwehr stand weitestgehend sicher. Selbst unser Doppelagent Kaká, mit der Lizenz zum Eigentore schießen, bot eine solide Abwehrleistung. Nach seinem verunglückten Abwehrversuch in der 7. Minute dachte ich schon: Au Backe, das geht jetzt genauso wie gegen Hamburg weiter… Aber danach machte Kaká eigentlich keinen einzigen Fehler mehr und war immer zur Stelle, um das Leverkusener Offensivspiel zu bremsen. Steve von Bergen blieb ebenfalls fehlerlos, besonders gefallen haben mir außerdem Lusti, der in der ersten Halbzeit im Mittelfeld alles wegräumte und Ramos, der wie ein Weberschiffchen in der gegnerischen Hälfte herumgeflitzt ist.

Zum Spiel: Hertha ging völlig verdient früh (9. Minute) in Führung, wieder einmal ein herrlich herausgespieltes Tor, in dem Ramos wie schon in Stuttgart gegen Lehmann diesmal Adler keine Chance gelassen hat. Mit der zweiten Halbzeit wurden die Leverkusener dann zunehmend stärker und ein objektiver Beobachter würde wohl sagen, dass der Ausgleich in der 76. Minute zu diesem Zeitpunkt verdient war. – Aber meine Fresse: Ich bin kein objektiver Beobachter! – So ein blöder Distanzschuss aus 18 Metern muss dann ausgerechnet reingehen. Drobny war noch mit den Fingerspitzen dran. – Und als wenn das nicht alles schon genug wäre, lässt sich Kacar auch noch mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz stellen, Hertha für die letzten 15 Minuten nur noch zu Zehnt.

Klar, dass Leverkusen nun noch mehr wollte. Und jedem, der die letzten Herthaspiele gesehen hatte, schwante schlimmes. Alles war für eine erneute dramatisch bittere Niederlage angerichtet: Der beste Sturm der Liga, beflügelt vom späten Ausgleich gegen eine Hertha in Unterzahl, der durch den zuvor gezeigten hohen kämpferischen Einsatz in der Schlussphase die Kräfte auszugehen drohten… – Und was dann passierte, das passte so richtig ins Bild der letzten Tage: Leverkusen mit ungestühmen, aber genauso unkontrollierten Angriffen, eine Flanke landet beim eingewechselten Kaplan, der volley aus 14 Metern abzieht. Der Schuss wäre für Drobny wohl kein Problem gewesen, allerdings fälscht Piszczek den Ball so unglücklich und gemein ab, dass dieser als unhaltbare Bogenlampe hinter einem genauso macht- wie fassungslosen Drobny im Netz einschlägt. – 2:1 für Leverkusen in der 90. Minute, das Spiel praktisch zu Ende, Hertha über weite Strecken die bessere Mannschaft, zeigte die wohl beste Saisonleistung und trotzdem, wieder einmal, besiegt.

So sah es aus, aber zwei Minuten später, die letzte Szene im Spiel, 2. Minute der Nachspielzeit, Eckball Hertha. Sogar Drobny war in den Leverkusener Strafraum geeilt, niemand wollte sich mit dieser wiederum unverdienten Niederlage abfinden! – Und dann landet Raffaels wunderschön getretender Eckstoß genau bei Ramos, der sein zweites Tor erzielt! Genauso herrlich wie unhaltbar! – Schiedsrichter Rafati pfeift ab und Hertha hat zwar nur einen Punkt geholt, kann sich aber trotzdem als Sieger fühlen. Die Presse wird sich nun wohl eher Leverkusens Versagens widmen und Hertha nach dieser engagierten Leistung endlich etwas Schonzeit gönnen.

Mein Fazit: Was zumindest nach diesem Spiel haften bleibt: Hertha ist doch noch nicht abgestiegen! – Klar wären die drei Punkte wichtig gewesen, aber dieser Kampf wird nicht an diesem Spieltag entschieden und auch nicht am nächsten, gegen die Bayern. Mit so einer Leistung, wie sie die Hertha heute abend geliefert hat, kann sie jede Mannschaft in der Bundesliga schlagen. – Und das macht Hoffnung! Hoffnung, dass die Rückrunde nicht zu einer langen Abschiedstournee, sondern doch noch zur lange angekündigten Aufholjagd mit Happy End wird…

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Das Leiden geht weiter

Nun ja, das passt ins Bild. Hab mir grade 92 Minuten furchtbar schlechten Bundesligafussball zwischen Schalke 04 und Hertha angeschaut. – Klar, das Schalke dieses Spiel, das von der Qualität auch der Tabellenvorletze gegen den -letzten gewesen sein könnte, mit 2:0 gewinnt. Kuranyi darf sich über sein 100. Bundesligator freuen, steht sicher später in keiner Statistik, dass das ein Abseitstor war. Und über den Elfmeter in der Nachspielzeit kann man auch streiten. Dieses Spiel hätte keinen Sieger verdient, aber so ist Fussball. – Aber es kommen auch wieder bessere Zeiten. Der Abstieg scheint unter den gegebenen Voraussetzungen, in denen Hertha teilweise die bessere Mannschaft ist und verliert (s. Köln), zu recht eine klare Niederlage kassiert (s. Frankfurt) und gegen einen schmeichelhaften Bundesligadritten auf Zweitliganiveau eine unverdiente Klatsche bekommt (inklusive Gelbroter Karte in der 85. Minute), wohl nicht mehr zu verhindern zu sein. Aber irgendwann hat auch der Fussballgott ein Einsehen und sucht sich ein neues Opfer.

Also, warte ich auf den nächsten Freitag und stell mich moralisch schonmal auf die nächste Tracht Prügel auf die blauweiße Herthaseele ein (Ich glaube nicht, dass Leverkusen Mitleid zeigen wird). – Und ich werd mich mal informieren, gegen wen es dann in der Zweiten Liga so geht…

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